Fotoserie: „Finger weg“

Eine Sequenz aus Selbstportraits

Der vierjährige A. sitzt auf meinem Schoß. Wir spielen ein Fingerspiel, das ich mit meiner Mutter früher gern spielte:
„Das ist der Daumen (Ich fasse A.’s Daumen) der schüttelt die Pflaumen, (Ich halte seinen Zeigefinger) der hebt sie alle auf, (Danach fasse ich seinen Mittelfinger) der bringt sie nach Haus, (Dann seinen Ringfinger) und der kleine, der isst sie alle auf (Schließlich schüttele ich vorsichtig A.s kleinen Finger)!“
A. Lacht, greift meine rechte Hand am Gelenk: „Jetzt ich bei dir!“.
Plötzlich hebt er seinen Kopf und sieht mich staunend an: „Was ist da passiert?“
-Meine Name ist Steven, auch bekannt als „Sechs Finger Louie“, „Captain Hook“ oder „der einarmige Bandit“. Nebenbei sei angmerkt: Mit meiner Hand ist nichts passiert. Nur vier Finger fehlen, mehr nicht.
„Oh, ist das schlimm?“, fragt A. weiter. „Nein, na ja, nun.“, sage ich.

Die nun vorliegende, intime Sequenz aus Selbstportraits ist das Resultat einer jahrelangen, persönlichen Auseinandersetzung: -Wie händele ich gewöhnliche Alltagsmomente?

#fingerweg:

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Einsendung für die Kampagne Des SoVD